Lore & Rollenspiel

WildStar Chronik: Die Entdeckung von Nexus

Die fast 2000 Jahre umspannende Hintergrundgeschichte des WildStar-Universum erzählt vom Ursprung der verschiedenen Rassen, dem Aufstieg des Dominions, sowie dem Beginn einer Rebellion und vielen weiteren epischen Ereignissen. In der nun gestarteten Chronik versorgt uns Carbine fortlaufend mit weiteren Details zur Geschichte von WildStar.
Veröffentlicht von Loui am 01.Apr, 2015 um 13:12 Uhr
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Inhaltsverzeichnis


Neben den Geheimnissen von Planet Nexus und dem Verschwinden der Eldan, stellt der andauernde Konflikt der beiden Fraktionen, sicherlich die größte, historischste und epischste Geschichte in WildStar dar. Der Aufstieg des Dominion, die Assimilierung verschiedener Rassen in ihre Reihen, der Beginn einer Rebellion und die lange Reise zum Planeten Nexus umfassen rund 2000 Jahre Geschichte, welche viele Spielern bisher leider nicht geläufig ist.

Dies soll sich nun ändern und so bläst Carbine erneut zur Lore-Intensive! Nachdem man sich in den letzten Wochen, im Zuge des Loremageddons, bereits ausführlich den verschiedenen Rassen und deren Eigenheiten gewidmet hat, möchte man nun die epische Hintergrundgeschichte des WildStar-Universums, in Form einer fortlaufenden, interaktiven Chronik erneut ins Gedächtnis der Spieler bringen.

Die Chronik umfasst derzeit 11 Kapitel mit je 3 Episoden, welche schrittweise veröffentlicht werden. Neben einer groben Zusammenfassung für jedes Kapitel stehen auch brandneue und sehr ansprechende Wallpapers zur Inspektion bereit. Klickt auf das Aufmacher-Bildchen des Kapitels um das Wallpaper in der maximalen Auflösung zu öffnen. Weitere Versionen der schicken Bildchen findet ihr hier.

Ihr seid irrsinnig neugierig, habt aber keine Lust euch durch die, demnächst stetig anwachsende, Wall of Text zu arbeiten? Dann werft das Video am Ende des Artikels an, lehnt euch zurück und lasst euch von einer kleinen Geschichtsstunde, mit mir als Erklärbar, berieseln.

So oder so, wir wünschen euch nun viel Spaß mit der Geschichte von Nexus!


107 v.E. - Die Reise der Nomade



Die Nomade ist ein Forschungsschiff, welches vom neu entstandenen Cassianischen Commonwealth auf eine historisch bedeutsame und von der Öffentlichkeit hochgelobte Entdeckungsmission entsendet wurde. Nach unzähligen Begegnungen mit ungewöhnlichen Lebensformen in den Weiten der bisher unerforschten Galaxie, verschwand die Nomade unter ungeklärten Umständen und wurde nie wieder gesehen ...

Teil 1: Reise ins Unbekannte


Aus dem blendenden Licht, das seinen Helm ausfüllte, leitete Captain Sonoda ab, dass ihm noch dreizehn Minuten blieben, bevor der explodierende Nebel über seiner Schulter ihn und die vierhundert Menschen auf der anderen Seite der einen Meter dicken Vibranium-Hülle knusprig durchbraten würde. Wenigstens war die Aussicht ganz ordentlich.

„Cap?“ Die Erste Offizierin Veska klang, als würde sie direkt neben ihm am Rumpf des antriebslosen Raumschiffs am Rand des Weltalls entlangklettern. „Wir müssen uns beeilen.“

„Krint?“ Er blickte hinab zu dem Tech-Offizier weit unter ihm. Der Junge hatte hier draußen nichts verloren. Ein niedergeborener Ingi aus einer Bauernfamilie, dessen Vater beim Stapellauf der Nomade vor Stolz geweint hatte. Aber die Reparatur-Drohne war mal wieder kaputt, und Schade war tot. Sonoda hatte versprochen, sich um den Jungen zu kümmern, was auch immer das in den Tiefen des Weltraums genau bedeuten mochte. „Jetzt.“

Er steckte die Kabel zusammen, die er in Händen hielt, während Krint weit unter ihm den Schalter umlegte und die Notenergie wieder dahin leitete, wo sie hingehörte, bevor sie den Energiekern röstete. Ein Zittern ging durch die Nomade. Blaue Flammenzungen zuckten aus den Boostern, und durch die Helligkeit war von Krints schlaksigem Körper nur noch die Silhouette zu sehen, als er begann, zurück nach oben zu klettern. Sonoda schaltete das Lichtbogenschweißgerät aus. Die Verkleidung schloss sich. „Erledigt“, sagte er. „Wir kommen rein.“ Glück gehabt. Mal wieder.

Als erste Raumfahrer der cassianischen Zivilisation war es schon ein Triumph, überhaupt so lange überlebt zu haben. Wie durch ein Wunder war seit dem Start ihrer Mission erst ein Jahr vergangen. Dabei hatten sie in dieser Zeit mehr Wunder gesehen, als sie es in einem Leben überhaupt für möglich gehalten hätten. Organismen auf Plasmabasis, die erstaunt waren, dass fleischliche Wesen wie Menschen existierten, geschweige denn die Raumfahrt entdeckt hatten. So gewaltige Vulkanausbrüche, dass sie den Schiffsrumpf im Orbit beschädigten. Humanoide Granitwesen mit enormen Kampffähigkeiten. Riesige Würmer aus Dunkler Materie, die sich von Schwarzen Löchern ernähren. Maschinenintelligenzen, die ganze Welten zu ihrer Spielwiese machten. Quallen so groß wie Wale, für die die Nomade zum Glück zu klein war, als dass sie sie überhaupt bemerken würden. Entitäten, die jeder Beschreibung trotzen. Alle faszinierend. Keine davon ihren Anforderungen entsprechend.

Sonoda zog sich an den Sprossen am Rumpf entlang in Richtung der Einstiegsluke. „Captain, Moment noch!“, sagte Wissenschaftsoffizier Thekford in seinem anderen Ohr. Für den neuen Wissenschaftsoffizier der Nomade war das eine ungewöhnlich wortreiche Äußerung. „Wir empfangen eine Energiesignatur. Sie ist ... merkwürdig. Eine zyklische Strahlungsbandbreite, wie wir noch keiner begegnet sind. Zehn Grad Steuerbord von Ihnen.“

Sonodo widerstand dem Drang, sich umzudrehen und einen Blick auf die sich auftürmenden, ineinander verschlungenen Nebel zu werfen. „Zeigen Sie's mir in zehn Minuten.“ Er zog die Schultern ein, um an Bord und in die Dekompressionskammer zu springen, die sich neben ihm geöffnet hatte.

„Es oszilliert mit mehr als einer Milliarde Ergs pro Sekunde.“

Sonoda erstarrte.


Teil 2: Edle Ziele


Dem Start der Nomade waren wochenlang die gewaltigsten Feierlichkeiten in der Geschichte des Planeten vorangegangen. Champagnerparaden, feintes Zuckerwerk und unzählige Feste.

Nach Jahrhunderten voller zerstörerischer Streitigkeiten war Cassus endlich geeint. Alle hatten sich unter einem gemeinsamen Banner versammelt. Das Leben der eigenen Nachkommen wurde nicht mehr für die Umverteilung schwindender Vermögenswerte geopfert. Der Wohlstand des Planeten stand auf stabilen Füßen. Doch es wartete eine ganze Galaxie mit weit größeren Reichtümern und der erste Schritt bestand darin, diese entfernten Welten zu erkunden und ihr Potenzial einzuschätzen.

Die Cassianer wollten in ihrem unbändigen Forschungsdrang die unzähligen Lebensformen unbedingt kennenlernen und scheuten daher weder Kosten noch technologische Anstrengungen – die Raumfahrt erhielt oberste Priorität. Zu Beginn hatte es die üblichen Sackgassen und Wachstumsprobleme gegeben, wie sie jeder Expansion zu „Eigen“ sind. Mehr als zehn Jahre wurde debattiert, ob man überhaupt eine bemannte Expedition ins All schicken sollte, aber letztlich kam man überein, dass interstellare Beziehungen zu wichtig waren, um sie Maschinen zu überlassen.

Der Bau der Nomade selbst dauerte fast einhundert Jahre. Die Auswahl der Crew sogar noch länger. Die Personen mit dem größten Interesse an den Wundern des Universums waren nicht notwendigerweise mit Körpern gesegnet, die für längere Aufenthalte im All geeignet waren, von den zu erwartenden Bedingungen auf den zu erforschenden Planeten ganz zu schweigen. Personal, das dazu imstande war und zudem seine Aufgaben erfüllen konnte, musste nicht nur ausgebildet, sondern förmlich über mehrere Generationen herangezüchtet werden, gefolgt von Verbesserungen auf allen Ebenen, von der metabolischen Knochendichte bis hin zu Kenntnissen der Diplomatie.

Sonoda hatte sich ein Vetorecht für alle Crewmitglieder vorbehalten. Nach Jahrzehnten der Ausbildung und Selbstdisziplin war er der Ansicht gewesen, vor emotionalen Bindungen gefeit zu sein.


Teil 3: Zustand Kritisch


Sonoda wechselte zu einem privaten Kanal. „Eine Milliarde ist unmöglich. Das wäre mehr als ...“

„Die Energie einer Billion Supernovae. Und sie wird sekündlich abgestrahlt. Aber die Intervalle werden größer. Wenn wir warten, verlieren wir sie.“

Sonoda zog eine Antenne aus seinem Helm, stellte die Oszillationsrate ein und scannte den Sternenbereich zu seiner Rechten, den die große Kurve der Nomade gerade langsam abflog. Zahlen flackerten über sein HUD, als er den Vorgang zweimal wiederholte.

„Befehle, Sir?, fragte Thekford. An seinem Ton erkannte Sonoda, dass Thekford die Berechnungen ebenfalls durchgeführt hatte. „Weit jenseits von allem, was uns bisher begegnet ist.“

„Wir können sie wiederfinden, sobald wir hier raus sind“, sagte Veska schneidend.

„Zu weit“, entgegnete er.

„Sir, die Triebwerke laufen gerade erst an. Und außerdem ist sie so weit entfernt, dass wir es keinesfalls mehr zurückschaffen. Sofern uns die Gravitation nicht ohnehin zerreißt oder unsere Instrumente einschmilzt.“ Ihre Stimme hatte einen beschwörenden Unterton. „Das ist es nicht wert, Goren.“ Er wartete. Sie fuhr fort: „Unsere Mission lautet, dass wir zurückkehren und Bericht erstatten.“

Sie hatte zwar „Recht“, aber da waren die eine Milliarde Ergs!

Er sah in die offene Einstiegsluke. Es war nur Platz und Zeit für eine einzige Dekompression. Er blickte nach unten. Krints Hand griff nach der Sprosse nur Zentimeter unterhalb von Sonodas Knöcheln. Der Junge grinste mitsamt seinen Zahnlücken zu ihm hinauf und war augenscheinlich sehr erleichtert.

„Die Mission“, dachte Sonoda. „Das ist alles, was zählt.“

Als Krint nach der nächsten Sprosse griff, trat Sonoda mit dem Fuß Krints Visier ein. Er sah noch Krints erstaunten Blick, gepaart mit blankem Entsetzen. Dann trat Luft aus, das junge Gesicht mit den Sommersprossen wurde blau, und der Körper löste sich und trieb Richtung Nebel.

Sonoda glitt in die Einstiegsluke und sah beim Umdrehen, wie sie sich langsam schloss. Bis durch seinen Anzug spürte er, wie die Nomade an Fahrt gewann. „Veska, ich bin drin. Los!“

„Wird gemacht“, sagte sie tonlos. Sie fragte nicht nach Krint. Das war gar nicht notwendig.

Durch das Aussichtsfenster sah er, wie der kleine Fleck, der Krints Körper war, in glitzernden Stürmen aus Felsen mit der Größe von Kontinenten verschwand, die unbeirrt auf die Nomade zustürzten.

Dann heulten die Triebwerke auf, und Sonoda wurde gegen die Wand gepresst. Durch das Aussichtsfenster wurden die Sterne länger und sahen aus wie Kometenschweife. Wie Pfeile, dachte er verbittert, und sank mit dem Kopf voraus nach unten. Dann verlor er das Bewusstsein und träumte das erste von unzähligen Malen von Krints angsterfülltem Gesicht.



1 n.E. - Der Aufstieg der Cassianer



Jahrhunderte nach dem Verschwinden der Nomade landete die Flotte hochentwickelter Aliens auf Cassus. Ihr Anführer, ein Mechari-Roboter, behauptete, dass die Cassianer von den gottgleichen Eldan als Herrscher des Universums auserwählt wurden. Einzige Bedingung dafür war die Übergabe der Schwertmaid Tresayne Toria, ihrerseits die größte Kriegerin der Cassianer. Alternativ drohte ihnen die Ausrottung. Tresayne erklärte sich dazu bereit, um ihr Volk zu retten. Jahrzehnte später kehrte die eldanische Flotte zurück. Diesmal trat jedoch jemand anders an die Cassianer heran: Dominus das Halbblut, eine Kreuzungen aus Mensch und Eldan, durch dessen Adern Tresaynes Blut floss. Und er überbrachte dem Volk von Cassus eine glorreiche Botschaft ...

Teil 1: Ein verlockendes Angebot


Axis Pheydra trat aus ihrem Schiff heraus und nickte den Massen ehrfürchtiger Menschen kurz zu, die sich in der heißen Sonne vor den Kolonnen glitzernder, bewegungsloser Mechari versammelt hatten. Sie wusste, welche Bedeutung Humanoide derartigen harmlosen Gesten seltsamerweise zumaßen, selbst wenn nur diejenigen sie sahen, die die Zeremonie im Fernsehen verfolgten. Doch um die Millionen zu beeindrucken, die jetzt auf dem gewaltigen öffentlichen Platz standen, würde sie größere Schritte unternehmen müssen.

Ein Trupp organischer Bediensteter kam nach vorne und trug einen korpulenten Mann in Goldroben, der auf einem brummenden elektromagnetischen Kissen saß. Seine Stimme war sanft und höflich, auch wenn er die Angst hinter seinem gefrorenen Lächeln nicht ganz verbergen konnte. „Erlauben Sie mir als Oberstem Kanzler des Cassianischen Commonwalth, unseren ersten interstellaren Besuchern ein tief empfundenes und zu beiderseitigem Profit gereichendes Willk...“

Pheydra unterbrach ihn eiskalt, während sie die Gesichter der Ehrenwache in ihrer schimmernden Uniform in Rot und Gold musterte. „Wer ist Tresayne Toria?“

Das Lächeln das Kanzlers fror noch etwas weiter ein. Er war klein und wohlgenährt, sein wahres Alter unter Unmengen an Schminke nicht zu ermitteln. „Wie meinen?“

„Die Verwüsterin von Sculptoris.“ Pheydra drängte an ihm vorbei und scannte jedes Genom auf dem überfüllten Platz. „Die Geißel der Schwarzen Flotte. Bezwingerin von Zeificus dem Irrsinnigen. Champion der Gruben von Phardoum. Wichtige Siege als Kommandeurin des Cassianischen Commonwealth: 8024. Siege in persönlichen Kämpfen: 632. Niederlagen: keine. Ich will sie sofort sehen.“

Der Kanzler hustete in seinen Rüschenärmel. „Commander Toria ist mit der Befriedung der Kolonien beschäftigt ... Aber ich bin durchaus ...“

Pheydras Stimme schallte über den Platz und den Planeten, und das Echo klang wie Donner aus den Wolken. „Wir sind die Mechari, Gesandte der glorreichen und mächtigen Eldan. Tresayne Toria muss uns auf unsere Welt begleiten. Zum Ausgleich wird euer Volk das Universum beherrschen.“

Der Kanzler wich zurück.

„Solltet ihr diese Ehre zurückweisen, werdet ihr ausgelöscht. Trefft eure Wahl.“

Die Stille war ohrenbetäubend. Keiner der drei Millionen Anwesenden wagte zu atmen.

Schließlich wandte sich der Kanzler seinem aschfahlen Bediensteten zu und zischte: „Ich brauche sofort den Kolonienkanal, sobald du einen Daumen frei hast.“


Teil 2: Das goldene Reich


Cassus hatte das ungeklärte Verschwinden der Nomade zu den Akten gelegt. Die Existenz des Vorfalls war absichtlich vergessen worden, degradiert zu einer schwammigen Fußnote im Lexikoneintrag über die Anfangszeit der Raumfahrt. Wie viele Kulturen vor ihm war der Commonwealth nicht daran interessiert, seine Fehlleistungen publik zu machen.

Aber obwohl das Schiff selbst kaum noch jemand kannte, galt das nicht für die aus dem Unternehmen gezogene Lektion: Das Universum war seltsam und voller Gefahren. Seine Eroberung würde mit Sicherheit kein Spaziergang werden. Aber wenn es um territoriale Expansion ging, waren die Cassianer ein enorm geduldiges Volk. Sie planten eine Eroberung Stück für Stück, Planet für Planet. Doch statt eines einzigen Erkundungsschiffs starteten nun ganze Geschwader von Kolonisierungsschiffen, eskortiert von schwer bewaffneten Fregatten.

Die Militarisierung der Weltraumerkundung hatte jedoch noch andere Gründe. Es gab zwar auf Cassus kaum Aufstände, und die wenigen wurden rasch niedergeschlagen, aber in den Kolonien sah das anders aus. Jahrzehntelange harte Arbeit in dreckigen Löchern hatte selbst bei den treuesten Bürgern zu ernsten Zweifeln an ihrer Loyalität geführt. Immer häufiger kam es zu Wechseln in der Befehlshierarchie, manchmal durch Tod, manchmal durch Fahnenflucht.

Aber derart trostlose Umstände brachten auch außergewöhnliche Krieger hervor. Die Größte von ihnen war Tresayne Toria. Sie missachtete voller Verachtung ihre lange und recht illustre Abstammung und wurde die jüngste und berühmteste Schwertmaid der Geschichte. Mit neunzehn Jahren hatten sie und ihre zumeist weiblichen Schülerinnen in den abgelegenen Kolonien Dutzende streitsüchtiger Kriegsherren in die Knie gezwungen und damit ebenso viele Welten dem rasch wachsenden Commonwealth eingegliedert.

Doch dann kam der Tag, an dem die Mechari-Armada den Himmel über Meridia verdunkelte und ihren „Vorschlag“ unterbreitete.

Letztlich akzeptierte Tresayne. Zusammen mit mehreren Hundert ihrer Waffenschwestern, die sich weigerten, sie zu verlassen, ging sie an Bord des Mechari-Schiffs. Eine Woche später verließ die Flotte den Planeten.

In den folgenden Jahrzehnten wurde dieses Ereignis immer wieder analysiert und mythologisiert, wobei sogar die Echtheit der Bild- und Tonaufnahmen selbst in Zweifel gezogen und wild debattiert wurde. Selbst Augenzeugen jenes Tages begannen an ihren Erinnerungen zu zweifeln.

Doch dann, einunddreißig Jahre nach ihrer Abreise, kehrten die Schiffe zurück. Und diesmal stieg ein organisches Wesen aus.


Teil 3: Der Lieblingssohn


Dominus das Halbblut entstieg dem Flaggschiff der Mechari, ein Titan in roter Rüstung, an seiner Hüfte das Schwert seiner Mutter. Die Menge war noch viel größer als beim letzten Mal. Er hatte sich Pheydras ersten Besuch oft angesehen. Das werden eines Tages deine Untertanen sein, hatte seine Mutter ihm zugeflüstert. Beachte, was sie begeistert, und sei bereit, es zu simulieren.

Nicht alle Anwesenden sind begeistert, dachte er bei sich, als er die Reihen der besorgten Mienen mit ihren gesenkten Blicken scannte. Aber er spürte auch, wie viele außerhalb seines direkten Sichtfelds nicht aufhören konnten, ihn anzustarren. Trotz seines seltsam fremdartigen Aussehens und der übergroßen Knochenstruktur erinnerte er an seine Mutter, und die hatte niemand vergessen. Sie erkannten sie in seinen stechenden goldenen Augen, dem wiegenden Gang, der scheinbar entspannten Haltung seiner Schwerthand. Und sie sahen noch etwas weitaus Größeres.

„Verwandte“, ertönte seine Stimme, „meine Mutter war Tresayne Toria, Kommandeurin eurer Flotte. Das heilige Blut der Eldan fließt auch durch meine Adern. Ich bin gekommen, um uns zu wahrer Größe zu führen. Als euer Kaiser.“

„Wir brauchen hier keine Kaiser“, entgegnete ein Adeliger eisig und tat humpelnd vor. „Und ihr bekommt keine von unseren Frauen mehr.“

„Zweifelst du etwa meinen Anspruch an?“, sagte Dominus, sanft, aber mit tragender Stimme. Er trat ebenfalls vor, die Hand auf dem Schwertgriff. „Nennst du mich einen Lügner?“ Sein Schwert sang, als er es zog, über dem Mann erhob, der nicht einmal mehr zum Blinzeln kam, und dann auf den Boden neben ihm herabschnellen ließ, sodass das Geräusch wie Donner über den Platz hallte, die resultierende Schockwelle Dutzende umwarf und rund um die Stadt einen seismischen Ring der Erschütterung zog. Die Wolkenkratzer ächzten.

Hunderte von Augen waren auf Dominus fixiert – und auf das Schwert, das bis zum Anschlag in dem Stahlbeton zu seinen Füßen steckte. „Dieses Schwert wurde aus Legierungen geschmiedet, die ihr beim aktuellen Stand eurer Technik in einer Million Jahren nicht entdeckt hättet.“ Während er sprach, schleuderte er mit der anderen Hand einige Silberkugeln Richtung Himmel. Sie verschwanden am wolkenlosen blauen Himmel. Sekunden später began es zu regnen. „Unsere Gönner meistern die Elemente mit Leichtigkeit.“ Dominus trat den Gehstock des Adeligen weg und deutete auf dessen kaputtes Bein, als dieser überrascht nach vorne stürzte. „Sie haben Naniten, die Gewebeschäden beliebiger Schwere beheben können.“ Der Mann fing seinen Sturz ab und sah verwundert auf sein Bein, das sich sichtbar regenerierte.

„Gemeinsam werden wir die Essenz der Schöpfung kontrollieren. Seid ihr dabei?“

Innerhalb von Sekunden war der vormals verkrüppelte Adelige der einzige Cassianer auf dem Platz, der nicht sein Haupt beugte.



352 n.E. - Die Eroberung der Draken



Während der langjährigen Herrschaft von Dominus entwickelten sich die Cassianer zu einem mächtigen interstellaren Reich. Die Mechari fanden jedoch, dass zusätzlich deutlich wildere Krieger benötigt wurden. Nach der Inspektion tausender Welten fanden sie schließlich die ideale Spezies: die Draken des Planeten Mikros. Unbarmherzige, brutale Kämpfer, deren gesamte Kultur sich um Tests der Stärke und der Fähigkeiten im Kampf drehte. Und so forderte Azrion, Sohn von Dominus, den obersten Klanfürsten der Draken zum Duell heraus. Bald darauf standen sich die beiden in einem Kampf um Leben und Tod gegenüber ...

Teil 1: Eine merkwürdige Herausforderung


Kaiser Azrion stand vor dem Großklanlord und seine kleine Ehrengarde sah unter den Tausenden von Draken, die neugierig einen Blick auf die glitzernden Besucher von den Sternen werfen wollten, noch kleiner aus.

Zhur saß nur da und betrachtete sie voller Verachtung. Er hörte ihren leeren Ehrenbezeugungen längst nicht mehr zu. Er hatte keinerlei Respekt vor diesen weichen, hornlosen Maden mit ihren leuchtenden, harten Panzern und Waffen, die aus der Ferne töteten.

Als er gerade den Mund öffnen wollte, um die Vernichtung dieser unverschämten Eindringlinge zu befehlen, erklang Azrions Stimme in der alten Sprache der Draken, und ihr Echo hallte in der weitläufigen Ebene wieder: „Im Namen der heiligen Gebräuche von Mikros fordere ich, Azrion, Sohn von Dominus dem Halbblut, euch, Klanlord Zhur, hier und jetzt um die Herrschaft über unser beider Völker und aller damit verbundenen Leben heraus.“

Erbostes Grunzen und schallendes Gelächter wurde aus der Menge laut und erreichte Zhurs Ohren als einförmige Klangwelle nur mühsam unterdrückten Blutdursts.

Aufgrund seiner tadellosen Beherrschung der Einen Sprache war dem Eindringling zweifelsohne bewusst, dass seine Herausforderung den Kampf bis zum Tode bedeutete. Aber Zhur spürte keine Furcht, nur wilde Entschlossenheit und Selbstbewusstsein. Sein Auftreten war so einwandfrei, wie Zhur es selten bei einem Gegner erlebt hatte und er hatte schon viele erschlagen.

„Im Namen der alten Bräuche, so soll es sein“, brummte Zhur.

Zhur selbst führte die Kombattanten zu den Feldern von Kazor. Beide machten den Oberkörper frei und erhielten eine Klinge, geschmiedet in den Feuern des Tiegelbergs. Ihre Blicke fixierten einander. In der gewaltigen Arena war kein Laut mehr zu hören. Zhur leckte sich über die Lippen und genoss den bekannten Kupfergeschmack, der kommenden Siegesruhm versprach.


Teil 2: Die Suche nach perfekten Mordmaschinen


Obwohl die Mechari in den drei Jahrhunderten seit der Gründung des Dominion militärisch stets siegreich gewesen waren, kamen sie überein, dass neues Blut vonnöten war. Denn die Cassianer waren zwar auf taktischem Gebiet überaus raffiniert, aber es mangelte ihnen an Freude am Gemetzel, einer Eigenschaft, die laut den letzten Schlachtanalysen der Mechari besonders effizient war, um aufstrebende Völker klein zu halten. Also wurden Sturmsoldaten mit wilderem Kampfgebaren gebraucht.

Nach sorgfältigem Studium der Kampfeffektivität von Tausenden von Spezies informierten die Mechari Azrion, den herrschenden Luminai-Kaiser und Sohn von Dominus dem Halbblut, dass die wilden Draken des vulkanischen Planeten Mikros für die Aufgabe ideal wären. Aber um die Loyalität dieser grausamen Jäger zu gewinnen, waren Verhandlungen gänzlich ungeeignet.

Die Mechari überließen kritische Angelegenheiten nur ungern dem Zufall. Darum hatten sie vor der Landung auf Mikros im Jahre 344 n. E. die wahrscheinlichsten Kampfmanöver des Großklanlords ausgiebig analysiert und simuliert. Seine Techniken waren nun ein offenes Buch: Seine bevorzugten Ziele waren die Halsschlagader und die Knöchelsehnen, Letztere zur Lähmung des Gegners, und eine Chance zur Enthauptung ließ er sich praktisch nie entgehen. Mit diesem Wissen suchten die Mechari als Nächstes nach möglichen Gegenmaßnahmen und Schwächen. Und wieder wurden sie fündig: eine jahrzehntealte Knöchelverletzung, die nie richtig verheilt war, eine panische Angst vor Infektionen und die brüchige Basis seines linken Horns. Anschließend wurden systematisch Methoden entwickelt, das alles auszunutzen.

Azrion war für diesen Kampf gezüchtet und sein ganzes Leben lang trainiert worden. Völker mit einer Kultur, die auf Ehre basiert, so hatten ihm die Mechari beigebracht, waren leichte Opfer, die man problemlos manipulieren konnte. Aber je länger Azrion sich mit Zhur beschäftigte, desto mehr war er davon überzeugt, dass die Mechari sich irrten. Er improvisierte. Er passte sich an. Er setzte komplexe Manöver ein, wenn man sie am wenigsten erwartete, und verfügte über unfassbare Reserven. Zhur war ein perfekter Kämpfer, und die Mechari konnten das trotz ihrer eigenen Perfektion einfach nicht erkennen. Azrion erzählte ihnen, was sie hören wollten, doch innerlich schwor er sich, dass der Kampf fair ablaufen sollte, ohne Tricks. Seine einzige Hoffnung auf einen Sieg über die Ehre der Draken war nicht, sie zu verachten, sondern sie anzunehmen. Und sie zu meistern.

Schon wenige Stunden nach der Ankunft der Cassianer betraten die Kämpfer den heiligen Duellplatz direkt vor der Draken-Hauptstadt Blutstein. Ihre Klingen würden dort über das Schicksal zweier Völker und Tausender von Welten entscheiden.


Teil 3: Der Preis der Niederlage


Der Kampf war ein schrecklicher Anblick. Kein Duell jemals zuvor oder danach war wilder oder brutaler. Ihre Klingen führten einen tödlichen Tanz auf, der so schnell war, dass das Auge ihm nicht mehr folgen konnte. Schon bald waren die Körper beider Kombattanten voller Blut.

Oftmals waren die Zuschauer überzeugt, der Kampf sei vorbei, und ebenso oft stellte sich heraus, dass sie im Irrtum waren. Kein Augenzeuge würde sein Leben lang auch nur einen Augenblick dieser Begegnung vergessen.

Nach zehn Stunden bluteten beide Kämpfer aus Dutzenden von Wunden und konnten kaum noch stehen.

Beim letzten Aufeinandertreffen zerschmetterte ein donnernder Schlag von Azrion Zhurs Klinge. Als Nächstes riss Azrion Zhurs Horn mit einem ohrenbetäubenden Knacken aus dem Schädel, das im Krater noch überall wiederhallte, als er es dem Klanlord in die Brust rammte. Zhur ging in die Knie. Sein Gesicht war voller Verwunderung – auch dann noch, als Azrion ihm den Kopf abschlug, ihn der verstummten Menge zeigte und dann in ihre Mitte warf.

Die Draken knieten in konzentrischen Kreisen der Reihe nach nieder. Azrions Stimme schallte von den Hängen aus Obsidian wieder: „Draken von Mikros! Willkommen im Dominion!“



538 n.E. - Die Entwicklung der Chua



Ermutigt durch ihren überwältigenden Erfolg auf Mikros erforschten die Mechari weitere Welten auf der Suche nach anderen möglichen Verbündeten, die eine Investition ihrer Zeit wert waren. Die primitiven aber intelligenten Chua von Bezgelor, mit ihrem bemerkenswerten mechanischen Geschick und ihrem vollständigen Fehlen von Moral, machten einen vielversprechenden Eindruck. Das Dominion stattete sie mit einfachen Technologien aus, um ihrer Entwicklung ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Als es hundert Jahre später zurückkehrte, traute es jedoch seinen Augen nicht ...

Teil 1: Industrietitanen


Als ihr Fluggerät die ohnehin zerrissene Wolkendecke durchstieß, überkam Axis Pheydra, die über Jahrhunderte Befehle von Göttern ausgeführt hatte, ohne mit der Wimper zu zucken, zum ersten Mal so etwas wie Abscheu.

Ihr erster Verdacht war ein fehlerhafter Wahrnehmungssensor. Das hier konnte nicht dieselbe Welt sein. Nur ein gewaltiger Asteroid oder Komet konnte eine derartige Dunstglocke erzeugen, und außerdem hätte sie diese bei ihrem ersten Besuch bemerkt und beseitigt.

Aber ihre Sonden bestätigten, was ihre Sinnesorgane sich zu glauben weigerten. Das hier war tatsächlich Bezgelor. Es schien unvorstellbar, dass man ein komplettes Planetenökosystem in lediglich hundert Jahren derart herunterwirtschaften konnte. Oder dass lebende Organismen in derart giftgeschwängerter Atmosphäre länger als sechzig Sekunden überlebten.

Die üppigen Wälder, die mehr als die Hälfte der Oberfläche des riesigen Planeten bedeckt hatten, waren komplett verschwunden. Genau wie die Ozeane, Dschungel, Eiskappen und die Ozonschicht. Die Berge waren durch Untertagebau ausgehöhlt und danach zubetoniert worden. Die grünen Haine hatten Fabriken und Raffinerien Platz gemacht, wohin man blickte, und deren Giftgase hatten den Himmel ockerbraun eingefärbt, wie ein Krebsgeschwür. Der ständige Maschinenlärm klang, als würde der Planet selbst darum betteln, man möge ihn vergessen.

Ihre Mission hier war augenscheinlich ein Erfolg, um es vorsichtig auszudrücken. Wenn man nur ihr Talent zur Industrialisierung betrachtete, würden die Chua eine vielversprechende Bereicherung des Dominion sein. Aber waren diese Kreaturen nicht vielleicht so eigensinnig, dass nicht einmal die Eldan sie unter Kontrolle behalten konnten? Seit ihrem letzten Besuch schien nur ein Moment vergangen zu sein und damals hatten alle das Ganze lediglich für einen riskanten Versuch ohne große Erfolgsaussichten gehalten.


Teil 2: Eine vielversprechende Teufelei


Ermutigt durch den durchschlagenden Erfolg ihrer Mission auf Mikros, setzten die Mechari ihre Erkundungen mit neuem Eifer fort und untersuchten zahlreiche Welten, die statistisch optimale Voraussetzungen für das Entstehen potenzieller starker Verbündeter boten.

Pheydra selbst hielt sich zufällig in einem angrenzenden System auf, als Sonden sie über die primitiven, aber intelligenten Chua von Bezgelor informierten. Ihre insgeheim durchgeführten Studien bestätigten daraufhin, dass die etwas seltsam aussehenden Kreaturen neben einer hemmungslosen Hinterhältigkeit auch ein enormes Talent für Maschinenbau besaßen. Sie kam zu dem Schluss, dass eine Spezies ohne Moralgrenzen offensichtliche strategische Möglichkeiten bot (und war zudem fasziniert von ihrem einfallsreichen und bizarren Fortpflanzungszyklus), meldete ihre Befunde und kündigte an, Kontakt aufnehmen zu wollen.

Mit Pauken und Trompeten enthüllte sie dem mächtigsten Stamm ihre Anwesenheit, bat um eine Audienz bei dem Chua, den sie wegen seiner Knochenkrone für den amtierenden Häuptling hielt, und übergab ihm einfache Beispiele der Dominion-Technologie als Geschenk. Nichts mit Fusionsantrieb natürlich, lediglich Gegenstände, die ihnen die Grundlagen der Physik vermitteln sollten – und falls sie diese Lektionen überlebten, konnten sie damit langsam, aber sicher die Metallurgie entdecken.

Der Häuptling zeigte sich tief bewegt und revanchierte sich bei seinen neuen Gönnern mit einem hübsch verpackten Paket voller Farnwedel, wobei er wiederholt darauf hinwies, dass sie den vollständigen Inhalt erst zurück an Bord ihres Schiffes in Augenschein nehmen sollten.

Daher begab es sich auch erst nach dem Start, dass der Bewohner des Päckchens, ein Teerkäfer von Bezgelor, der im Prinzip ein einziger Schwellkörper war, sofort explodierte, sobald er Licht ausgesetzt wurde – ein uralter Verteidigungsmechanismus. Alle anwesenden Mechari wurden mit einem zersetzenden schwarzen Schleim überzogen, und ausgiebige Säurebäder über Monate waren erforderlich, bis er sich wieder ablöste.

Pheydra konnte ihren erzürnten Gesandten gerade noch davon abhalten, die gesamte Population einzudampfen, und befahl zögernd die Abreise. Die Reise nach Bezgelor war umsonst gewesen. Überall warteten bessere Kandidaten. Die nicht ganz so ... wartungsintensiv waren.


Teil 3: Explosive Ergebnisse


Es schien, dachte Pheydra während der Besichtigung der Raffinerie, dass ihr erster Besuch bei den Chua so eine Art psychotische Turbobeschleunigung ausgelöst hatte. Als der Botschafter mit dem merkwürdigen Lächeln ihr zeigte, wie sie eine Waffenfabrik entwickelt hatten, die so effektiv war, dass sie das Protein von Häftlingen binnen Sekunden in Petroleum umwandeln konnte, fragte sich Pheydra, ob sie gerade Zeugin der schrecklichsten Abscheulichkeit ihres Lebens wurde – oder der größten Errungenschaft ihrer fast ebenso langen Karriere.

Sie verstand sehr gut, warum die Chua plötzlich so erpicht darauf waren, dem Dominion beizutreten. Die Ressourcen ihres Planeten waren erschöpft. Sie benötigten Dinge von der Natur, die diese nicht mehr liefern konnte – nicht zuletzt, weil es eigentlich gar keine Natur mehr gab. Einige von Pheydras Gesandten waren zwar immer noch dafür, das ganze Volk in die Luft zu sprengen, aber die Waffenprototypen, die man ihr gezeigt hatte, machten dafür einen viel zu effektiven Eindruck.

Sie wandte sich dem Botschafter zu, um ihm diesen Entschluss zu übermitteln, und sah, dass er ihr eine kleine Schachtel entgegenhielt. Dies sei ein Geschenk, so der Dolmetscher, das ihre ruhmreiche Allianz für alle Zeiten zementieren solle.

Vorsichtig öffnete sie die Schachtel. Ihre Augen verengten sich. Mit leuchtenden Augen versicherte der Chua sein Bedauern über das Verhalten seines geistig fehlgeleiteten Ahnen, der in seiner Verwirrung den unglücklichen Vorfall mit dem Teerkäfer in die Wege geleitet hatte. Er versicherte, dass dieses Päckchen nichts dergleichen enthielte. Ein kurzer Puls-Scan bestätigte ihr, dass er die Wahrheit sagte. Sie nahm die Schachtel entgegen und erklärte, auch sie wolle dieses Geschenk als Fundament der Beziehung zwischen Mechari und Chua für alle Zeit betrachten.

Dann kehrte sie zurück auf ihr Schiff. Sie überließ die Schachtel ihrem Adjutanten, zog sich in ihre Kabine zurück und dachte über das nächste Ziel ihrer Reise nach. Kurz bevor die Türen sich schlossen, hörte sie die Explosion.

Und entdeckte zum ersten Mal in zweitausend Jahren vernunftbegabten Daseins, dass ihre Kieferscharniere vor Verärgerung knirschen konnten.



1221 n.E. - Der Krieg der Gnox



Weil sie sich weigerten vor dem Dominion in die Knie zu gehen, fanden sich die Granok von Gnox urplötzlich mitten in einem Krieg wieder. Aufgrund seiner überwältigenden militärischen und technologischen Überlegenheit rechnete das Dominion fest mit einem raschen und endgültigen Sieg. Doch stattdessen setzten die Granok unter ihrem Anführer Durek Steinbrecher ihre eigenen Waffen ein und trieben das angeschlagene Reich zurück nach Cassus. Allerdings währte der Sieg nur kurz und bald wurde Durek vor die Granok-Ältesten zitiert, um sich für seine Taten zu verantworten ...

Teil 1: Der Jüngste Tag


Durek saß auf einem kaputten Kettenfahrzeug des Dominion und sah zu, wie die entmutigten Reihen Gegen Abend verschwanden die Kondensstreifen der letzten Schiffe, der Himmel verfinsterte sich und die Sterne gingen auf, außergewöhnlich hell, nachdem sie wochenlang von den Rauchschwaden der Schlacht verdunkelt worden waren. der waffenlosen (und größtenteils verwundeten) cassianischen Soldaten auf den Sicherheitszaun zuhumpelten, der den Raumhafen umgab, ihr Gesichtsausdruck leer und verständnislos. Eine Niederlage ist immer eine bittere Pille, umso mehr, wenn man noch nie eine einstecken musste.

Er seufzte und ging den Hügel hinauf, auf dem gestern eine Dominion-Granate ein Loch in seinen Unterleib gerissen hatte. Zu der Zeit hatte er die Wunde gar nicht bemerkt, so groß war seine Rage gewesen. Er hatte beim Aufrichten nur etwas geschwankt, die Luke des Panzers weg gerissen und seinen Weg der verheerenden Vernichtung fortgeführt. Es war ihm eine innere, barbarische Freude! Durek hatte diesen Umstand in seinem gewaltigen Zorn zunächst gar nicht registriert. Er war einfach aufrecht hinmarschiert, hatte die Luke des Panzers weggerissen und sein zerstörerisches Handwerk im Inneren fortgesetzt. Seit Beginn des Krieges hatte er noch nie eine so ungebremste Freude empfunden. Er hatte schon gar nicht mehr geglaubt, dass er zu so etwas überhaupt fähig war. Aber selbst das war nichts im Vergleich zu der rauschhaften Befriedigung gewesen, die er jetzt empfand. Die Eindringlinge zogen ab. Sieg! Gnox war frei. Aber warum fühlte Durek dann diese beunruhigende Leere im Magen, die mit seiner frischen Wunde garantiert nichts zu tun hatte? Er kannte die Antwort.

Schweigend beobachtete er die beschädigten cassianischen Schiffe, wie sie mühsam und wackelig himmelwärts flogen. Hinter der grimmigen Zufriedenheit bei diesem Anblick nagte ein unangenehmes Gefühl angesichts der morgigen Aufgabe an ihm. Er spürte den finsteren Blick seines Flügeladjutanten Krull, der weiter oben auf dem Hügel stand. Krull hatte bestimmt, aber vergeblich dafür argumentiert, dass eine bewaffnete Eskorte die Überlebenden des Dominion aus dem System hinausbegleitete, für den Fall, dass versprengte Überlebende der Cassianer auf der Lauer lagen, um sich zu rächen. Aber Durek hatte das abgelehnt. Er wusste, wann ein Gegner geschlagen war. Er sah die Niederlage tief in ihre zermürbten Gesichter und vormals prachtvollen Rüstungen gemeißelt. Irgendwann kamen sie vielleicht zurück, aber erst einmal nicht für eine lange Weile. Hoffentlich lange genug, dass er zwischenzeitlich den Rat dazu bewegen konnte, seine Meinung zu ändern.

Gegen Abend verschwanden die Kondensstreifen der letzten Schiffe, der Himmel verfinsterte sich und die Sterne gingen auf, außergewöhnlich hell, nachdem sie wochenlang von den Rauchschwaden der Schlacht verdunkelt worden waren.

„Wir hätten sie alle töten sollen“, murmelte Krull verbittert und riss Durek aus seine düsteren Gedanken.

„Die Toten werden sich nicht an diesen Tag erinnern“, antwortete Durek. „Aber die schon.“

Krull schüttelte den Kopf. „Und wenn Millionen von ihnen zurückkehren?“

Durek zuckte die Achseln. „Wir haben jede Menge Munition.“


Teil 2: Eine klare Weigerung


Seit unzähligen Äonen waren die Granok dem Weg des Steins gefolgt, einer Sammlung von Grundsätzen, ebenso unverrückbar und dauerhaft wie die Hülle des Planeten. Die Regeln galten seit Zehntausenden von Jahren. Und sie würden ewig gelten.

Doch dann erschien das Dominion.

Wie üblich hatten die Mechari den Granok zunächst geschmeichelt, begleitet von einem Hauch unterschwelliger Einschüchterung. Sie hatten sie „eingeladen“, in das mächtigste Reich eingegliedert zu werden, das die Galaxie jemals gesehen hat. Sie hatten Beispiele ihrer wundersamen Technologie präsentiert. Sie hatten versichert, dass nur wahrhaft würdige Völker für diese Ehre überhaupt in Erwägung gezogen wurden. Und der Preis dafür war lediglich eine minimale Formalität: Die Häuptlinge sollten niederknien und dem Kaiser ewige Treue schwören.

Aber die Kriegsherren der Granok zeigten sich unbeeindruckt. Ihre erste Antwort hatte darin bestanden, aus den Gesandten rauchende Altmetallhaufen zu machen. Natürlich hatte das einen Krieg zur Folge, der erst Wochen und dann quälend lange Monate andauerte. Beide Seiten erlitten dabei schwere Verluste. Doch mit der Zeit gewann die überlegene Technologie des Dominion die Überhand.

Unter allen Granok-Kriegsherren weigerte sich allein der junge Durek, die Niederlage zu akzeptieren. Er hatte mehrere tollkühne Schlachtzüge in Dominion-Lager angeführt und dort Waffen und Rüstungen sowie Pläne für mächtige Technologien konfisziert, die in den letzten Wochen entscheidend dazu beigetragen hatten, dass sich das Kriegsglück wendete. Der Verlust ihres traditionellen technischen Vorteils zwang das Dominion zum ersten Mal in seiner Geschichte in die Defensive.

Und als das geschlagene Dominion den vollständigen Rückzug befahl, befahlen die Häuptlinge der Granok ohne jede Regung, dass Durek sich mit seinen Truppen vor ihrem Zelt einzufinden habe.


Teil 3: Ausgestoßene zur Miete


Durek ignorierte die missbilligenden Blicke der strengeren Konformisten in seiner direkten Nähe und zündete sich eine Zigarre an. Ein lautes Hornsignal zerriss die Stille der Schwarzhangebene. Es war so schrill, dass Krull überrascht prustete, was weitere Unmutsmienen nach sich zog. Als könnte dieser Klang jemals unerwartet ertönen! Das riesige weiße Horn war vor Urzeiten aus dem Kopf einer Bestie gefertigt worden, die seit Äonen nicht mehr durch die zerklüfteten Ebenen von Gnox gestreift war. Und schon zu den Zeiten dieser Bestie und ihrer langen Schreckensherrschaft war der Weg des Steins alt gewesen, und seit seiner Entstehung war keine einzige Silbe daran geändert worden.

Umringt von schwer bewaffnetem Gefolge traten die Stammesführer der Sieben Nationen aus ihrem Zelt und stellten sich ernst vor die tuschelnde Menge. Ihre Roben flatterten leicht im trockenen Wind.

„Den Weg des Steins zu verlassen, heißt zu verraten, was uns zu Granok macht“, begann der Älteste. Er sah Durek direkt in die Augen und sprach dann weiter. „Es nimmt uns unsere Identität. Darauf können nur Elend und Tod folgen. Die Entscheidung wird nicht revidiert.“

„Dann eben nicht“, dachte Durek, als die Ältesten sich wieder zurückzogen. Die Belohnung für die Rettung ihrer Spezies vor der Ausrottung durch rücksichtslose Eindringlinge bestand in der Verbannung von ihrer Heimatwelt. Für immer.

Durek wandte sich den versammelten Soldaten hinter sich zu, deren gemeißelter Gesichtsausdruck zeigte, dass auch sie ihr Schicksal akzeptierten.

„Alles klar, packt eure Sachen und macht euch bereit auszurücken“, knurrte er, während er sich eine Zigarre anzündete, die er vor Kurzem der Leiche eines cassianischen Offiziers abgenommen hatte.



1376 n.E. - Der Aufstieg der Eldan



Trotz seiner Niederlage auf Gnox florierte das Dominion unter den Mechari und Luminai und breitete sich weiter in der Galaxie aus. Dann auf einmal erreichte sie eine kryptische Übertragung der Eldan: Heute reißen wir die Macht der Götter an uns. Auf die Nachricht folgte eine endlose Stille. Die Anführer des Imperiums nahmen an, dass die Eldan nun den Gottstatus erreicht hatten, was wiederum die Bürger des Dominion zu den wahren Erben ihres göttlichen Vermächtnisses machte. Unter Kaiser Jarec dem Wachsamen oblag es damit dem Reich, diese frohe Kunde zu verbreiten ...

Teil 1: Augenblick der Wahrheit


Seine sonst strahlenden Bronzeaugen waren von Besorgnis umwölkt, als Jarec, Kaiser des Dominion, hinter dem massiven Pult stand und seine Untertanen betrachtete. Die gesamte Bevölkerung von Meridia hatte sich im für die Jahreszeit untypischen Regenwetter versammelt, drängte sich zusammen und tuschelte erwartungsvoll.

Er hatte ihnen den ganzen Morgen wilde Spekulationen von den Lippen abgelesen, und jede Hypothese war unheilvoller als die vorherige. Sie würden mit Mechari-Schiffen nach Nexus auswandern. Die Königshäuser waren bankrott. Die Welt ging unter. Der Kaiser war ein Hochstapler. Es gab gar keine Eldan. Sein prächtiger Anblick, so dachte er, würde sie alle Lügen strafen.

„Eine Angelegenheit bezüglich der Zukunft unserer glorreichen Verbündeten ist ans Licht gekommen“, begann er ernst, wohl wissend, dass seine Zuhörerschaft den Unterschied zu seinem üblichen jovialen Ton als beunruhigend empfinden würde. „Eine neue Aufgabe, die ich nun das Privileg und die Ehre habe, euch mitzuteilen.“

Auf dem gesamten Platz herrschte völlige Stille.

„Die Eldan, das großartigste Volk, das je unser Universum bereist hat“, fuhr Jarec mit tiefer Stimme fort, „sah in Cassus etwas Besonderes, eine einzigartige Befähigung zu wahrer Größe. Uns allein konnte man die Verantwortung der Herrschaft übergeben. Freut euch, Freunde! Der Tag, auf den wir so lange gewartet haben, steht bevor.“

Ein erneutes Raunen ging durch die Menge, diesmal geprägt von Erleichterung, durchsetzt mit aufgeregter Erwartung. Er spürte bereits, wie der neue Funken Hoffnung die hintersten Ecken des Platzes erreichte. Angesichts des Umstands, dass jahrhundertealte Traditionen umgeschrieben würden, fand Jarec das ermutigend. Er hoffte, es würde ausreichen, während er sich selbst dazu gratulierte, dass er das alles mit seiner perfekten Vorstellung überhaupt ermöglicht hatte.

Wenn die Götter verschwinden und dir die Verantwortung für die Galaxie hinterlassen, heißt es schwimm oder stirb.


Teil 2: Sprung ins Ungewisse


Vor langer Zeit war Dominus auf Nexus angekommen, um ein Reich zu begründen, und hatte eine Bevölkerung angetroffen, die seine Herrschaft mit Freuden akzeptierte. Trotz zahlreicher jahrelang geprobter Ausweichpläne war es praktisch unnötig gewesen, auf flammende Ansprachen oder Wunder zurückzugreifen. Auch in den kommenden Jahrhunderten mussten seine Nachfolger nur selten korrigierende Maßnahmen ergreifen.

All das hatte sich mit der Nachricht von den Eldan schlagartig geändert. Seit Axis Pheydra denken konnte, war Kommunikation von beiden Seiten aus etwas höchst Ungewöhnliches. Ebenso wie die Cassianer aufgeblüht waren, als sie sich selbst überlassen wurden, hatten die Eldan auch den Mechari freie Hand gelassen, ihre Pläne in der weiten und unberechenbaren Galaxie umzusetzen.

Und genau deswegen empfand Pheydra Inhalt und Ton der Übermittlung ebenso kryptisch wie beunruhigend: Wir haben heute das Unerreichbare erreicht. Bald reißen wir die Macht der Götter an uns.

Seitdem herrschte Stille.

Die Tragweite dieser Nachricht und die Debatte über ihre Konsequenzen, von dem völligen Fehlen von Einzelheiten darüber, was nun zu tun sei, ganz zu schweigen, belegten ab dann die gesamte Rechenleistung des Netzwerks. Nach ausladenden und peniblen Diskussionen kamen die Mechari und Luminai überein, dass die Eldan wohl in den Gottstatus aufgestiegen waren.

Und diese frohe Botschaft mussten sie lediglich verkünden.


Teil 3: Kardinal der Tugend


Es wurde wärmer. Jarec wusste, als seine Hierophantenscheibe über der Menge schwebte, dass dies hauptsächlich durch die geheimen Wettermanipulationen der Mechari zustande kam. Aber die Sonnen hätten ohnehin geschienen. Alles war in Einklang.

Innig drückte er mit einer Hand das erste Exemplar des Kodex der Wachsamen an seine Brust, während die andere das Goldzepter umklammerte, zu dem seine Krone eingeschmolzen worden war, und wenn unter ihm gejubelt wurde, hob er es zum Gruß kurz hoch.

Selbst in der Erstauflage war der Kodex ein umfangreiches Werk. Er enthielt Texte von Azrion, Koral, Seraphel und anderen geschätzten Kaisern sowie zahlreiche Passagen cassianischer Gelehrter. Der Grundgedanke war jedoch simpel.

„Die Herren der Schöpfung sind aufgestiegen“, tönte Jarecs Stimme aus diskret überall in der Stadt aufgestellten Lautsprechern. „Und bald werden wir, das auserwählte Volk, ihnen folgen.“ Eine Million Kehlen wiederholten seine Worte, und das Echo der Litanei überrollte ihn wie eine Sturmflut.

„Auf Nexus ... der heiligsten aller Welten ... Doch vorher müssen wir beweisen, dass wir der Göttlichkeit würdig sind ... und zwar den weniger Glücklichen ... Und falls sie das aus Ignoranz oder Bösartigkeit nicht anerkennen wollen ... werden wir ihre Zweifel zerstreuen!

Im Himmel explodierte Feuerwerk und formte dabei sein Abbild. Jarec winkte und winkte. Alle knieten nieder, als sein Schatten über sie hinwegglitt.

Genau im richtigen Moment erschienen in Rot und Gold leuchtende, fast blendende Buntglasfronten: Dominus, wie er das Schwert seiner Mutter hochhielt. Der Besuch der Mechari. Jarec selbst mit dem Buch. Ein Energieblitz schoss herab. Ka-BUMM! Ein holografisches Gebäude materialisierte sich und dominierte den Horizont wie ein neu entstandener Berg. Das Inbild aller Kathedralen. Die Menge tobte und jubelte.

Jarec lächelte und die Strahlen des Buntglases erleuchteten sein weiß-goldenes Haar wie vielfarbige Heiligenscheine.

„Lang lebe Kaiser Jarec!“, tönte es vom Himmel. „Jarec der Mächtige ... Jarec der Wachsame!“

Die ungezügelte Begeisterung ließ den Boden erzittern.

„JAREC! JAREC! JAREC!“

Und während Konfetti auf die Gläubigen regnete und sie schon bald hüfthoch darin standen, begann Jarec zu weinen.



1378 n.E. - Brightlands Rebellion



Schon bald nach dem er die Kirche der Wachsamen gegründet hatte, erließ Kaiser Jarec ein Dekret der Ahnen, das zur umfassenden Spaltung von Klassen und Völkern auf Cassus führte. Die daraus resultierenden Misshandlungen der Niedergeborenen waren zu viel für Serrick Brightland, einen der geschätztesten Kommandanten des Dominion. Er entschloss sich eine Rebellion anzuführen, die schließlich in einen blutigen Bürgerkrieg mündete. Mit seiner zusammengewürfelten Rebellenarmee gelangen dem unbeugsamen Brightland zwar anfangs einige Siege, aber das Kriegsglück sollte sich schon bald wenden ...

Teil 1: Reflexionen eines Verräters


Serrick Brightland schritt über die Brücke seines Flaggschiffs, der Kommandobildschirm wurde beherrscht von den riesigen roten Nebeln von Quorin Prime, und er versuchte, dessen Gravitationsbrunnen mit geballter Willenskraft dazu zu bewegen, seine Flotte nur noch einige Augenblicke länger zu verbergen. Die Armada des Dominion hatte ihre Beute gefunden. In der Unterzahl und waffentechnisch unterlegen, versteckte sich die angeschlagene Flotte unter dem Kommando von Brightland selbst, hochdekorierter General und jetzt gebrandmarkter Verräter, im Schatten eines Gasriesen und wartete auf Erlösung oder Untergang.

Den Gravitationsbrunnen eines Planeten als Tarnung zu benutzen, war ein klassisches Manöver. Und sein früherer Musterschüler kannte es sehr gut, denn Brightland hatte es ihm beigebracht. Aber er hatte leider keine Wahl gehabt. Vor allem nicht nach dem letzten Gefecht. Ceason hatte vor diesem Gasriesen elf andere nach Brightland durchkämmt. Hatte ihn das nachlässig gemacht? Serrick schritt über seine Brücke und wunderte sich.

Bei der 32. Runde erhielt Serrick seine Antwort. In einer Sekunde wechselte er noch die Richtung, und in der nächsten blendendeten ihn Ranken aus funkensprühendem Waffenfeuer. Sie füllten die Aussichtsfenster und verbrannten seine Schilde im Nu zu Asche. Brightland brüllte gerade den Befehl, das Feuer zu erwidern, als fünf seiner ohnehin angeschlagenen Schiffe förmlich zerschmolzen, aus dem Orbit nach unten wegbrachen und mit einem langen Schweif aus Flammen und Staub dem scharlachroten Abgrund entgegenstürzten. Caesons Timing war perfekt gewesen.

Serrick ordnete den Rückzug an, in vollem Bewusstsein, dass seine Flotte verloren war. Wie Aurelius wusste, hatte der Gravitationsbrunnen sie nicht nur verborgen, sondern er machte auch den Hypersprung unmöglich. Seine Kampfschiffe würden längst in Reichweite sein, bevor Brightland auch nur hoffen durfte, sicheren Abstand erreicht zu haben.

Die Strahl glitt nach vorne und füllte Brightlands Bildschirme mit einem offensichtlichen Einschüchterungsversuch, der offensichtlich nichts von der Verhältnismäßigkeit der Mittel hielt. Aber langsam. Aurelius verzögerte den Angriff, aber nicht aus Respekt, wie Brightland entsetzt erkannte, sondern aus Verachtung. Weil sein Schiff alt war, weil die Stern des Dominus mit der neuen, schnelleren Strahl nicht Schritt halten konnte. Diese Erkenntnis machte ihn wütend. Er schob seinen Unterkiefer nach vorne. Vom Gegner unterschätzt zu werden, war immer ein Vorteil.

„Admiral!“ ertönte Aurelius' Stimme, erschreckend ruhig. Herablassend. „Kapitulieren Sie, dann verschone ich Ihren Schrotthaufen. Anderenfalls nehme ich ihn in Visier. In fünf Sekunden.“ Pause. „Sie spielen eine Hand, mit der Sie nur verlieren können, Serrick.“

„Da hat er recht“, dachte Brightland. Aber zu seiner Verteidigung musste man sagen, dass er das alles ja so nicht geplant hatte.


Teil 2: Zum Zerreißen gespannt


Die kulturelle Solidarität der frühen Tage nach der Rückkehr der Mechari hatte scheinbar jahrhundertelang angehalten, aber nach dem scheinbaren Aufstieg der Eldan zu Göttern verschlimmerten sich die tiefverwurzelten sozialen Unruhen. Als das Dekret der Ahnen bekannt gab, dass diejenigen in deren Adern das Blut der Luminai floß besser waren als die ohne, öffnete sich eine unüberbrückbare Kluft. Verehrete Häuser der Chroniken, die seit hunderten von Jahren Bestandteil der Städte gewesen waren, wurden niedergerissen und duch die Kirchen der Wachsamen ersetzt. Verbalen Beleidigungen waren schon bald zunehmend körperlichen Misshandlungen gefolgt, die sich gegen die sogenannten „Niedergeborenen“ richteten. Brightland hatte sich zu dieser Situation öffentlich kritisch geäußert und wäre damit fast vor dem Kriegsgericht gelandet.

Was als Demonstrationen für mehr Gehalt begonnen hatte, wuchs sich rasch zu blutigen Straßenschlachten aus. Die Spannungen wurden immer schärfer, bis die militärischen Anführer des Dominion befahlen, jeden Widerstand gegen die neue Ordnung brutal niederzuschlagen. Etwas später verkündete die Kirche der Wachsamen, dass eine Nulltoleranzpolitik per definitionem die einzige vernünftige Vorgehensweise sei.

Aber nach dem Massaker auf dem Toria-Platz hatte Serrick Brightland endgültig genug gehabt. Als er sich weigerte, das Feuer auf protestierende Zivilisten zu eröffnen, hatte sich schnell jemand gefunden, der damit kein Problem hatte. Und so wurde der höchstdekorierte Offizier der cassianischen Militärgeschichte inhaftiert und harrte der Hinrichtung wegen Verrats. Wie sein Flaggschiff, die Stern des Dominus, war Brightland kurz vor dem Ruhestand gewesen. Stattdessen brach er – noch in Ketten – allen fünf Soldaten, die ihn zum Erschießungskommando bringen sollten, das Genick, entkam bei der Überstellung ohne jede fremde Hilfe und rief ein geheimes Konklave von Kommandanten zusammen, auf deren Loyalität er vertraute. Und es waren viel mehr gewesen, als er zu hoffen gewagt hätte.

Nachdem Brightland die Stern des Dominus aus dem Trockendock hinausmanövriert hatte, führte er einen gewagten Angriff auf das Oberkommando des Dominion selbst durch und schaltete unzählige Kriegsschiffe aus, bevor er sich schließlich zurückzog.

Weitere Siege folgten. Er gründete eine Exilregierung und plante einen Coup, der das Dominion in die Knie zwingen würde: die Übernahme der Hauptstadt.

Doch bevor es so weit war, befand Aurelius, ein Schützling, dem er vertraut hatte, dass die Treue zum Dominion wichtiger war als jahrzehntelange Freundschaft. Der daraus resultierende Hinterhalt hätte Brightland beinahe Kopf und Kragen gekostet. Er und seine Flotte überstanden das Ganze zwar nahezu intakt, aber in den folgenden Wochen wurden seine Truppen und ihr Ehrgeiz mit zunehmender Brutalität immer weiter dezimiert. Brightland konnte anfangs noch mit seinem Können gegen die unfassbare Übermacht bestehen, aber der Feind hatte die Ressourcen vieler Welten zur Verfügung. Jede Niederlage drohte die zarte Pflanze des Widerstands zu zerstören. Ohne große Hoffnung auf Nachschub zog sich Brightland mit seiner Flotte zurück. Seine einzige Chance bestand darin, jetzt zu überleben, um an einem anderen Tag weiterkämpfen zu können.

Und nun sollte ihm sogar das verweigert werden.


Teil 3: Alles auf eine Karte


Brightland fixierte grimmig die Schlachtbildschirme, während seine fünf Sekunden verrannen. Schließlich seufzte er: „Also gut, Erlaubnis, an Bord zu kommen, erteilt. Ich übergebe Ihnen mein Schwert.“ Er wendete die Stern des Dominus und nahm Kurs auf das Flaggschiff.

„Sie tun das Richtige, Kommandant“, sagte Aurelius in sein Ohr.

„Das denke ich auch.“ Sprach's und feuerte das gesamte Arsenal des Schiffs auf die Strahl ab.

Serrick unterdrückte Aurelius' Wutschrei mit einem Knopfdruck und tauchte das gewaltige Flaggschiff in violette Geysire. Dann erwiderte Aurelius das Feuer. Die Batterien umfingen Brightlands Schiff mit geisterhaften Zero-G-Flammen. In der Ferne blitzten die Triebwerke der Verbannten der Reihe nach auf, als die Schiffe verschwanden. Vielleicht schaffen wir es doch noch, dachte Serrick, direkt bevor ihn eine weitere Breitseite der Strahl erst gegen eine, dann gegen eine andere Wand schleuderte und ein Metallsplitter von hinten seine Lunge durchbohrte.

Er blinzelte das Blut auf seinen Augen weg und blickte auf den letzten verbliebenen Monitor, der seinen Kollisionskurs anzeigte, und sein Schiff war bereits so nah, dass die großen Geschütztürme der Strahl ihn nicht mehr anvisieren konnten.

Brightland lehnte sich schwer auf seine Konsole und nahm noch einmal Kontakt mit dem Flaggschiff auf. Sein Kopf fühlte sich dumpf und schwer an. Er wollte sagen, dass man nie genau weiß, ob eine Hand wirklich nur verlieren kann, aber es reichte nur noch für: „Es ist ... nicht vorbei ... Aurelius.“

Der Kapitän des Dominion sah ihn gelassen an. „Für dich schon, Verräter.“

Die Schiffe rasten so schnell aufeinander zu, dass sich von beiden Stücke der Hüllenpanzerung lösten. Ganz dumpf hörte Brightland sich selbst den Befehl zum Sprung geben.

Er blinzelte und erkannte plötzlich, dass er auf einer Krankenstation lag und sich ein viel zu junges Mädchen mit Fähnrich-Abzeichen über ihn beugte. „Wo bin ich?“, krächzte er. Er spürte weder Arme noch Beine.

„Bei der Flotte, Sir. Wir sind entkommen. Wir brauchen Befehle.“

„Das Schiff ...“

„Die Dominus wird gerade überholt, Sir. In einer Woche ist sie fertig.“

„Nennt sie ... die Hasardeur“, flüsterte Serrick. Dann umfing ihn die Leere.



1579 n.E. - Der Fall von Grismara



Die Mordesh von Grismara waren Meister der Alchemie und daher für das Dominion hochinteressant. Als ihr größter Gelehrter Victor Lazarin verkündete, er habe mit seinem Immerleben-Elixier das Geheimnis der Unsterblichkeit gelüftet, war die Freude auf dem Planeten groß. Binnen weniger Wochen erhielten Milliarden eine entsprechende Injektion und erfreuten sich an deren verjüngenden Auswirkungen. Aber das Elixier führte mit der Zeit zu schrecklicher körperlicher Degeneration und psychotischem Zorn mit kannibalistischen Neigungen. Während seine Welt bereits im Chaos versank, versuchte Lazarin verzweifelt ein Serum zu entwickeln, bevor er selbst den Symptomen erlag ...

Teil 1: Tag der Verheißung


Diee Straßen von Grismara waren erfüllt mit Jubel, ein freudiger Chor, der sogar die Gesänge von Victors Namen übertönte. Er stand hoch über ihnen an der Brüstung des Observatoriums, legte den Arm um Lucy und blickte nach unten auf die gewaltige Menge. Sie waren aus dieser Höhe nur kleine Flecken, ohne jede Individualität, wie Protoplasmatropfen unter dem Mikroskop.

Dass er diese Analogie erkannt hatte, war sein größter Durchbruch gewesen. Alles Leben gehorchte denselben Regeln, tanzte zu demselben urzeitlichen Lied. Die Beherrschung der Unsterblichkeit war lediglich eine Frage der Kombination von Chemikalien in ihrer effektivsten Form. Der Tod war genau wie die Lichtgeschwindigkeit immer nur eine selbst auferlegte Grenze gewesen, und es erfüllte ihn mit Genugtuung, dass er sie so deutlich niedergerissen hatte. Das war nicht nur seine größte Errungenschaft gewesen, sondern es war die denkbar größte überhaupt: eine Zurechtweisung an das Universum, dessen grundsätzlichstes Gesetz von einem unwichtigen Wirbeltier gebrochen worden war. Und genau das, so verkündete er öffentlich, war auch sein Ziel gewesen.

Er hob Lucys kleine Hand hoch und ließ sie der Menge zuwinken, während die nächste Feuerwerksalve den Himmel erleuchtete. Der Kaiser des Dominion persönlich hatte die Pyrotechnik organisiert, als Zeichen ihres bevorstehenden Bündnisses. Trotz ihrer üblichen Hochnäsigkeit hatte er die Cassianer als überraschend zurückhaltend empfunden, zumindest bis er ihr Ersuchen um kostenlose Elixierproben zurückgewiesen hatte. Immer wieder hatte er wiederholen müssen, dass die Nebenwirkungen auf die Physiognomie anderer Spezies als der Mordesh unberechenbar waren und sogar tödlich verlaufen konnten.

Als der Jubel sich endlich legte, trat er an die Mikrofone. Er war erschöpft, aber es gab so viel zu sagen. Plötzlich wurde ihm klar, dass die Schreie aus unzähligen Kehlen in der Menge keineswegs Freude ausdrückten.

Als er sich umdrehte, um seine Forschungsassistentin zu fragen, ob sie das auch so empfände, schlossen sich bereits ihre Hände um seinen Hals.


Teil 2: Ewiges Leben


Bis ins vergangene Jahrhundert waren die Mordesh von Grismara eine blühende Zivilisation gewesen, mit der es nur Cassus an Größe und Eleganz aufnehmen konnte. Die gesamte Galaxie beneidete sie um ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der Alchemie. Als die Vorladung gekommen war und sie aufgefordert hatte, sich dem Dominion anzuschließen, schien ein Bündnis nahezu unausweichlich.

Die Pläne dafür waren fast fertig, als Victor Lazarin, der größte Alchemist in der Geschichte von Grismara, seine Absicht verkündete, „die Tyrannei der Sterblichkeit zu beenden“. Diese Idee verfolgten die Alchemisten der Mordesh schon seit Urzeiten. Wie sie sprach zwar auch Victor ganz allgemein davon, nach Freiheit von Krankheit und Alterung zu streben, aber eigentlich beherrschten dabei die kürzliche Krankheit und der Tod seiner Frau seine Gedanken.

Lazarin schloss sich jahrzehntelang in seinem Labor ein. Als er schließlich wieder herauskam, sein Gesicht eingefallen und sein Verhalten merkwürdiger denn je, waren viele seiner ob ihres Scheiterns bei diesem Problem gedemütigten früheren Kollegen freudig der Überzeugung, auch er werde nun in Schimpf und Schande seine Niederlage eingestehen müssen. Doch stattdessen präsentierte Victor seinen Erfolg: das Immerleben-Elixier, eine Substanz, die gegen Krankheiten, Alterung und Zellverfall immun machte. Seine Demonstration überzeugte den Hohen Rat, und triumphierend ordnete er die globale Verteilung des Elixiers an. Jede vergeudete Minute bedeutete Hunderte, wenn nicht Tausende vermeidbarer Todesfälle. Das Elixier ging umgehend in die Massenproduktion. Innerhalb einer Woche hatten Milliarden von Mordesh auf dem ganzen Planeten eine Injektion davon erhalten. Ausnahmslos alle zeigten Anzeichen einer beschleunigten Verjüngung, neuer Lebenskraft und erstaunlicher Verbesserungen der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Die Verluste häuften sich mit ungeheurer Geschwindigkeit. Und plötzlich stand eine Zivilisation mit Milliarden von Bürgern binnen weniger Wochen kurz vor dem Aussterben. In ihrer Verzweiflung wandten sich die Mordesh an ihre neuen Verbündeten um Hilfe. Die Reaktion des Dominion war eine völlige Quarantäne auf unbestimmte Zeit. Lazarin versuchte mit letzter Kraft, die vernichtenden Auswirkungen des Siechtums auf sein eigenes Nervensystem aufzuhalten, während er ruhelos an einem Impfstoff arbeitete.


Teil 3: Die lange Nacht


Die Straßen Grismaras waren von Schreien erfüllt, ein krächzender Chor aus Panik und Zorn. Aus einem finsteren Appetit, der niemals gestillt werden konnte.

Victor war an einen Stuhl tief unter seinem früheren Anwesen gefesselt, und dennoch übertönte der Lärm die Nachrichten der Newsfeeds, die sich gegenseitig überdröhnten. Nur er und Lucy waren jetzt noch übrig. Trotz erster Erfolgsanzeichen war nun klar, dass es wieder ein Fehlschlag gewesen war. Wann hatte er sich die Substanz selbst injiziert? Vor drei Nächten?

Seine übergroßen grünen Finger zerrten wie wahnsinnig an den engen Fesseln, als hätten sie einen eigenen Willen. Er musste sich zusammenreißen. Lucy war auf ihn angewiesen. Wie alle anderen auch. Er musste einen neuen Versuch vorbereiten. Er war so dicht dran.

Lucys wilder Angriff gegen die Tür ließ ihn aufschrecken. Sie also auch. Er kannte die untrüglichen Anzeichen. Er hatte ihr sogar versichert, dass er es bei ihr niemals zulassen würde, und dabei insgeheim geschworen, dass er zumindest da sein wollte, wenn es geschah. Auf allen Bildschirmen bis auf einen war nur noch Rauschen zu sehen. Der innere Sicherheitsbereich war durchbrochen. Er hatte höchstens noch eine Stunde, bis sie sich ihren Weg zu ihm freikratzen und -graben würde. Die eindrucksvolle Lady Darkos hatte geschworen, dass sie innerhalb einer Stunde zurückkäme, um sie hier rauszuholen. Aber es schien, dass ihn das Schicksal nun eingeholt hatte.

Wenigstens konnte er sein Versprechen halten und am Ende bei Lucy sein. Sie hieb ihre Krallen immer noch gegen die Tür und verlangte Einlass. Er löste seine letzten Fesseln, kroch zur Tür und warf dabei Fläschchen und Tiegel um. Das war jetzt alles unwichtig. Als er die Schlösser öffnete, knurrte Lucy etwas Unverständliches von der anderen Seite. Er erstickte fast an seiner Trauer.

Und gerade als er die Tür öffnen wollte, erblickte er sich selbst in einem Spiegel. Und erstarrte. Sein Gesicht wirkte ... weniger monströs. Nach wie vor grotesk, aber ... lange nicht mehr so schlimm. Die letzte Versuch war ein Erfolg. Das Vitalus-Serum konnte die schlimmsten Folgen des Siechtums abwehren.

Dann öffnete sich die Tür nach innen, und Lucy stürzte in seine Arme. Durch ihre wenigen schwarzen Haarsträhnen konnte er die Ungetüme sehen, vor denen sie geflohen war, wie sie nach vorne stolperten und kreischten, schon so nah, dass er ihren fauligen Atem riechen konnte. Und dann schlugen er und Lucy ihnen die Tür direkt vor ihren fleckigen Nasen zu. Seine Tochter sah die gesundende Färbung seines Gesichts. In ihren Augen spiegelte sich zunächst eine Erkenntnis wider ... und dann wilde Entschlossenheit! Ihr Volk konnte gerettet werden, sie mussten nur noch ein wenig länger durchhalten.

Und dann schlugen die Horden Furchen in die Stahltür, während er und Lucy hektisch nach Dingen suchten, die sie als Barrikade verwenden konnten.



1656 n.E. - Die Verwüstung von Arboria



Über Jahrtausende hatten die wilden und überaus flinken Aurin auf dem Waldplaneten Arboria ein einfaches Leben geführt, unter der Herrschaft einer Ahnenreihe von Königinnen, die direkt mit dem Mutterbaum kommunizierten. Sie hatten noch nie Außenweltler gesehen und waren wie verzaubert, als die alten Schiffe der Flotte der Verbannten am Himmel auftauchten. Die beiden Gruppen teilten Nahrung, Wasser und Geschichten und schlossen schon bald eine dauerhafte Freundschaft. Aus Angst, den Zorn des Dominion auf ihre neuen Freunde zu lenken, zogen die Verbannten weiter. Doch die Saat der Zerstörung war bereits gesät ...

Teil 1: Dunkler Wirbelwind


Arwick sprang von Ast zu Ast, während Asche in seine Augen stach und seine Lungen sich mit dem beißenden Geschmack seines brennenden Planeten füllten. Über den Lärm der lodernden Flammen drangen Schreie durch den Rauch zu ihm, die Hilfe erbaten oder Ausdruck von Trauer waren. Aber er wurde niemals langsamer, sondern sprang immer weiter voran durch die rußgeschwängerte Feuersbrunst. Seit Tagen war er schon unterwegs, ohne Pause, ohne Nahrung. Denn ihn hungerte nur nach einem: Vergeltung.

Durch die Aschewolken kam man wenigstens voran, im Vergleich zu den Schlammteichen, die ihn immer wieder dazu zwangen, nach oben auszuweichen. Zumindest hatte er die Substanz anfangs für Schlamm gehalten, bis einer der Teiche Feuer fing und er erkannte, dass es sich um Pflanzensaft handelte, ganze Ozeane davon, der bereits zu einer Art organischem Mörtel verdickte. Wieder einmal spuckte er aus. Er hatte von Anfang an gewusst, dass diese Verbannten mit ihren Luftschiffen und brennenden Mundstöcken nur Unglück brachten. Wegen ihnen brannte Arboria jetzt. Und statt die Eindringlinge zurückzuschlagen, boten sie ihnen lediglich an, sich ihnen aus nebulösen Gründen bei einer Flucht in den sicheren Tod anzuschließen. Um nicht zu brüllen versuchte er, seine Wut mit Erinnerungen an Myalas Haare zu dämpfen. War sie noch am Leben? Falls nicht, würde er es vorziehen, in diesem Inferno ebenfalls unterzugehen.

Das war sein letzter Gedanke, bevor er nach einer wohlbekannten Ranke griff, die plötzlich nicht mehr vorhanden war. Als Nächstes stürzte er durch eine Art Wirbel aus Staub nach unten. Er fiel eine Ewigkeit, bis sein Gesicht auf ein Stück Stahl prallte, das mit schleimig-blubberndem Rost bedeckt war. Dort lag er dann, auf dem Kopf einer Schraube, die breiter war als der Stamm des ältesten Lansa. Er spähte über die Kante und erhaschte den ersten Blick auf die brüllende Bestie, die er schon seit Tagen gehört hatte.

Schon der Anblick allein bereitete ihm Kopfschmerzen. Gezackte Knöpfe und quietschende Achsen traten überall aus konkaven Oberflächen hervor, völlig ohne erkennbaren Sinn, als habe der Urheber Eleganz regelrecht verachtet. Weit darunter spritzten Hunderte von Geschützen giftige Entlaubungsmittel in alle Richtungen, während Metallwalzen sich ununterbrochen durch das Grün schoben, das älter war als der Mond.

Eine Welle glühender Raserei überkam ihn. Er rannte die Oberfläche hinunter, und während die Gravitation ihn immer weiter zog, geriet er zwischen rotierende Turbinen, die ihn beinahe enthauptet hätten. Dann verfing sich sein Fuß in einem einzelnen Schlauch, und er wurde mit dem Kopf voran gegen einen sich drehenden Kegel voller Stacheln geschleudert, wobei er sich beim Abprallen die Schulter ausrenkte. Etwas quetschte ihn in eine rutschende Achse, an der er sich festklammerte. Es ging über einen Abgrund kreischender Schaltkreise, und als seine verbliebenen Finger schließlich keine Kraft mehr hatten, raste er nach unten, durch albtraumhafte Höhlen voller Uhrwerkeingeweide.


Teil 2: Wächter des Waldes


Seit Jahrtausenden hatten die Aurin friedlich auf dem Waldplaneten Arboria gelebt. Sie waren eine symbiotische Verbindung mit den Bäumen ihrer Welt eingegangen und hatten sich zu wilden und geschickten Jägern entwickelt, die sich der Kultivierung der Wälder von Arboria sowie der darin lebenden Kreaturen verschrieben hatten. Die Aurin wurden von einer ununterbrochenen Linie von Königinnen angeführt, die direkt mit dem alten Mutterbaum kommunizierten, und hatten ein idyllisches Dasein am Rande der Grenzzone geführt, ohne je auch nur die Möglichkeit zu erwägen, andere Welten könnten von Wesen bevölkert sein, die nicht so waren wie sie.

Als sie auf die bunt zusammengewürfelten humanoiden Überreste von Brightlands Rebellion trafen, waren sie schockiert, zu erfahren, dass ihre lange Isolation sie von Ereignissen ferngehalten hatte, deren Ausmaße sie sich kaum vorstellen konnten. Die Aurin fanden die Besucher hochinteressant (außer die Mordesh, deren bloße Anwesenheit sie nervös machte) – sie hörten wissbegierig ihren Geschichten von Konflikten zwischen ganzen Welten zu und nahmen demütig Gerätschaften und mechanische Diener als Geschenke entgegen.

Im Austausch brachten sie ihnen landwirtschaftliche Techniken bei, wodurch die Nahrungsmittelproduktion völlig neue Formen annahm und allen einen Überfluss an Lebensmitteln und Wasser, Samen, Baumaterial, Erde und (in den Augen der Granok das Beste überhaupt) einem fermentierten Getränk bescherte, das den Gaumen reinigte und das körperliche Gleichgewicht vorübergehend schwächte.

Schließlich jedoch verkündeten die Außerweltler trotz wiederholter Bitten der Aurin, doch für immer zu bleiben, dass es nun an der Zeit sei, weiterzuziehen. Sie wollten weder der Flotte des Dominion in die Hände fallen noch mitschuldig daran sein, dass ihre neuen Freunde unter dem Zorn des Feindes zu leiden hatten. Nach einem emotionalen Abschied und beiderseitigen Versprechen, sich eines Tages wiederzusehen, reisten die Verbannten ab, fest davon überzeugt, dies sei unbemerkt geschehen.

Und dann tauchten die Planetenfresser auf...


Teil 3: Weltenzerstörer


Mit einem ungeduldigen Schnauben ließ Mondo Zax seinen Stuhl nach oben gleiten, um grinsend einen Blick auf das Panorama der Zerstörung zu werfen, die sich draußen abspielte. Die Ernte des Planeten 45658b ging gut voran. In nur einer Woche waren drei Kontinente entlaubt und der Großteil der Überreste zu Proteinmodulen verarbeitet worden. Die einzige Enttäuschung bestand darin, dass der Boden zu fett war, als dass man darauf Fabriken hätte errichten können. Die Kruste von Arboria war bis in eine Tiefe fruchtbar, die selbst die tiefsten Bohrungen noch nicht ausgelotet hatten. Aber zumindest gab es keinen Treibstoffmangel mehr.

„Anomalie entdeckt“, murmelte ein Assistent.

Zax verzog die Mundwinkel. „Mag ich nicht.“

Der Assistent drückte auf eine Taste. Neben Mondos Kopf schaltete sich ein Monitor ein und zeigte die Großaufnahme eines Eingeborenen, der keuchend zwischen durchtrennten Kabeln und durchgebrannten Mikroschaltkreisen hing. Noch hatte er keine größeren Schäden angerichtet, aber wenn die Kreatur so weitermachte, würde sie unweigerlich die Brennstabkammern erreichen.

„Kammer fluten!“, zischte Zax und umklammerte seinen Lieblingsschraubenschlüssel.

Der Assistent wirkte unsicher. „Fluten ... kostet uns Hälfte der Energie.“

„Sind schon vor Zeitplan“, entgegnete Zax. Das Ding riss büschelweise Drähte heraus, hebelte Kühlmittelchips aus ihren Slots und schlug auf die Steuerungseinheiten ein, bis sie in Rauch aufgingen. Wie es so tief hineingelangen konnte, war völlig unklar. Aber es lag eine gewisse Ironie des Schicksals darin, dass es jetzt ertrinken würde, nachdem so viele seiner Artgenossen verbrannt waren. Zax konnte bei diesem Gedanken ein Kichern nicht unterdrücken.

Der Assistent legte einen Schalter um. Der Tank füllte sich langsam mit einer dickflüssigen, schwarzen Substanz. Die Kreatur blickte auf den Schlamm herab, der immer höher stieg, und stürzte sich dann mit einem Knurren kopfüber hinein. Lächerliches Ungeziefer! Vielleicht würde er sich einen aufheben, um daran Experi...

„Reservekurbelwelle deaktiviert“, murmelte der Assistent.

„Unmöglich!“, schrie Zax, und seine Augen verengten sich. „Töten!“

Der Assistent betätigte hektisch einen anderen Schalter. Die Monitoransicht wechselte, und Zax sah gerade noch, wie die untere Treibstoffklappe des Schnitters sich löste, gefolgt von Unmengen an Flüssigkeit und dem völlig durchnässten und wild rudernden Eindringling. Sein kleiner Körper schoss völlig unnatürlich zur Seite, griff nach einem verkohlten Ast, sprang mit mehreren Salti zwischen den Salven der Buggeschütze des Schnitters hin und her und war dann verschwunden.

„Suchen und Finden, jetzt!“, bellte Zax. „Ich will seinen Kopf auf einem ...“

Ganze Reihen von Warnleuchten blitzten auf, begleitet von mehreren Alarmsirenen. Als Mondo begann, hektisch Befehle zu erteilen, erzitterte das gesamte Cockpit. Und als sich das Deck unter ihm neigte, schrie Zax vor Wut auf.



1658 n.E. - Die Entdeckung von Nexus



In den Jahren der Langen Flucht hatte der alternde Pilot Dorian Walker sich bei den Verbannten den Ruf eines verlässlichen und kompetenten Pfadfinders erworben. Aber sein eigentliches Interesse galt ausschließlich dem Planeten Nexus, der legendären Welt der Eldan. Er widmete sein Leben den Hinweisen aus einem geheimnisvollen Buch und folgte ihnen bis zum Rand des Universums. Dabei war er überzeugt, dass er der Einzige war, der die Geheimnisse richtig entschlüsselt hatte. Doch was er schließlich am Ende seiner Reise fand, hätte weder er noch sonst jemand sich auch nur annähernd vorstellen können ...

Teil 1: Jenseits der Dunkelheit


Dorian Walker wischte die Kondenskristalle weg, die sich alle paar Sekunden neu bildeten, und tippte die Lebenserhaltungsanzeige des Schiffes an. Ein sinnloses Vorgehen, aber wenigstens änderten sich diese Zahlen, wenn auch zum Schlechteren. Natürlich gab es auch eine gute Seite. Dazustehen und den Zahlen dabei zu zusehen, wie sie stetig fielen, gab einem fast das Gefühl von Geschäftigkeit, statt einfach nur auf den Tod zu warten.

An allen Steuerungselementen auf der Brücke der Blauer Horizont blinkten Warnleuchten. Das ging nun schon seit über einer Woche so, und die bunten Muster vermittelten ihm einen Eindruck von Verspieltheit, der völlig fehl am Platz war. Zumindest waren sie besser als der Blick nach draußen. Seine Scanner versicherten ihm zwar stur, er sei von Tausenden von Sternen aller Größe und Helligkeit umgeben, aber sein bloßes Auge sah nur undurchdringliche Dunkelheit. Er hatte den Anblick schon oft in sich aufgenommen, aber noch nie hatte er ein derart starkes Gefühl von Einsamkeit ausgelöst. Das war nicht nur irgendein leeres Eckchen Weltraum, sondern die äußere Kante des Universums, weit jenseits der Grenzen des bekannten Alls. Er trieb ziellos durch ein Nichts, das kein Ende hatte, das absolut war.

Um seinen angeschlagenen Geisteszustand etwas länger zu wahren, hatte er die akustischen Alarmsignale deaktiviert. Er spürte irgendwie Mitleid mit dem Schiff, das ihm so treu gedient hatte, obwohl er ihm wirklich alles abverlangt hatte. Wenigstens würde man es in einer Woche oder auch einem Äon noch bergen können. Im Gegensatz zu ihm..

Er hatte kaum noch Sauerstoff und nur noch ein paar Krümel zu essen, die schlechter schmeckten als die Verpackung, aus der sie kamen. Und er wusste wovon er sprach, denn er hatte von beidem gekostet. Auch Wasser gab es nur noch tröpfchenweise, seit die Hydratorsicherung durchgebrannt war. Nur von einer Sache hatte er noch weniger als Trinkwasser: Ideen.

Dorian starrte auf den einzigen Knopf, der nicht blinkte. Der Einzige, der zählte. Die Energie des Schiffs reichte nur noch für einen weiteren Sprung ... einen kleinen. Danach hatte er nur noch Treibstoffdämpfe. Ein passendes Ende, dachte er bei sich, für einen Mann, der einem Hirngespinst hinterherjagt.

Sein müder Blick fiel auf das zerfledderte Buch neben seinem Ellenbogen. Wenn er es ansah, musste er an Familie denken, und dann dachte er immer an Belle.

Er hoffte, dass sie ihn im Gedächtnis behielt. Auch wenn er es wahrscheinlich gar nicht verdiente.

Er hoffte es trotzdem.


Teil 2: Geisterwelt


Nach den Ereignissen auf Arboria war die Flotte der Verbannten schwer angeschlagen. Der Großteil der alten, mühsam zusammengeflickten Schiffsrümpfe war beschädigt und zerfiel langsam in seine Einzelteile. Die Vorräte, obwohl schon immer knapp, waren auf ein kritisches Maß zusammengeschrumpft. Ein weiterer konzertierter Angriff würde das Ende bedeuten. Aber genau das war nicht nur unvermeidlich, sondern wurde mit jedem Sprung exponentiell wahrscheinlicher.

Stunde um Stunde versuchten Ingenieure mit massivem Schlafentzug, in höchster Anspannung große Risse in Rümpfen wieder abzudichten und die letzten Treibstoffreserven zusammenzukratzen. In allen Gängen war mühsam verdrängte Verzweiflung zu spüren. Die Kommandanten der Verbannten warteten ungeduldig auf die Rückkehr der Kundschafter mit Meldungen über die Feindbewegungen. Wenn auch nur die Hälfte wieder auftauchte, galt das bereits als Grund zum Feiern.

Der älteste und geachtetste dieser Kundschafter war Dorian Walker. Seit Beginn der Langen Flucht hatte er sich als der hartnäckigste Späher der Flotte erwiesen, und als der mit dem meisten Glück. Dennoch kannte ihn niemand wirklich. Seitdem er seine Frau durch die Raumfahrerseuche verloren hatte, war er zunehmend schweigsamer geworden. Aber alle wussten, dass seine wahre Leidenschaft, übertroffen nur noch von der Sorge um das Wohlbefinden seiner Tochter Belle, Nexus war.

Seine Familie war seit Generationen von dem legendären Planeten geradezu besessen, schon bevor der Patriarch das seltene Buch mit dem Titel „Buch des Dominus“ zu Beginn des cassianischen Bürgerkrieges gekauft hatte. Alizar Walker war bis zu seinem Tod davon überzeugt, dass darin die Hinweise zur Position des Planeten verborgen waren. Eine Passage hatte seine Aufmerksamkeit ganz besonders erregt. Dort war kryptisch von „drei Himmelsjuwelen“ und dem „Fluss des grünen Feuers“ die Rede. (Dorian hatte Belles Reaktion darauf immer geliebt, die sie mit zwölf Jahren geäußert hatte: „Wenn sie wirklich wollen, dass wir kommen, warum schreiben sie dann nicht echte Koordinaten rein?“)

Jahrelang studierte Dorian alte Sternenkarten und Schiffslogbücher, durchkämmte sie nach Querverweisen, so abstrus sie auch sein mochten, suchte nach astronomischen Anomalien. Unermüdlich verhörte er Schmuggler, um detaillierte Berichte über die ungewöhnlichsten Dinge zu erhalten, die sie je gesehen hatten. Doch da es unzählige Dreifachsysteme, aber keine grünen Nebel gab, war das Unterfangen extrem mühsam.

Bis er eines Tages Erfolg hatte.

Das Glück tauchte in der ungewöhnlichen Form eines alten Raumveteranen namens Klegg auf, den er in einer heruntergekommenen Bar auf der Hasardeur fand. Seine Augen leuchteten auf, als Dorian ihm ein Bild des Nebels zeigte, das er selbst aus dem Buch kopiert hatte.

Klegg hatte die Koordinaten des Nebels nicht aufgezeichnet – aber nach einem weiteren Drink, so sagte er, könne er sich wahrscheinlich zumindest an den Quadranten erinnern. Mit klopfendem Herzen reichte ihm Dorian ein Glas.

Am nächsten Tag schrieb er einen kurzen Brief an Belle (und einen noch kürzeren, entschuldigenden an seine Vorgesetzten), stahl die Horizont und startete ins Unbekannte, fest davon überzeugt, dass die Erlösung nah war.


Teil 3: Eine vielversprechende Landung


Dorian schwanden allmählich die Sinne, als er über der Navigationskonsole zusammensank. Noch Hunderte von Systemen, die untersucht werden mussten ... Plötzlich leuchtete etwas am Rand seines Sichtfelds. Mit all seiner Willenskraft zwang er sich dazu, die Augen zu öffnen.

Und sah ... sie.

Zuerst dachte Dorian, er würde halluzinieren. Eine ätherische weibliche Erscheinung schwebte über dem Boden und lächelte rätselhaft. Sie hob den Arm und deutete auf das nächstgelegene Fenster. Dorian blickte in die angezeigte Richtung und sah drei helle Lichter blinken, wo kurz zuvor noch nichts gewesen war. Er drehte den Kopf zurück, aber die Gestalt war verschwunden. Und dann sah er durch das Fenster die drei Lichter mit der Intensität einer Supernova aufflammen und im Anschluss völlig erlöschen. In seinem Gehirn pulsierte das Bild nach.

„Egal!“, dachte er. Selbst eine Halluzination im Delirium war besser als nichts.

Keuchend gab Dorian die Koordinaten ein.

Die Sterne explodierten. Dunkelheit überkam ihn.

Als er erwachte, badete er förmlich in milchigen Schächten aus blau-grünem Licht, das ein Mond durch das geborstene Aussichtsfenster warf. Er atmete ein. Die Luft schmeckte erdig.

Minuten später tauchten seine Füße in blauen Schlamm. Es dämmerte. Wälder aus bizarrer Flora schnitten gezackte Löcher aus dem Himmel. Er roch Holz und feuchtes Metall. Wasser sprudelte in einem Bach in der Nähe.

Über ihm erhob sich ein gewaltiges Artefakt mit fremdartiger Architektur. Er blickte hinauf zu seinen glänzenden Oberflächen, die von Nebel umspielt wurden. Seine Nähe löste ein Summen in seinem Kopf aus, als würde ein Insektenschwarm darin herumfliegen. Die unzerstörbare Spitze hatte bei seiner Landung ein Stück aus seiner eigenen Schwanzflosse geschlagen. Zum Glück war es nicht mehr.

Er konnte einfach nicht anders: Sein struppiger weißer Bart öffnete sich und zeigte ein breites, wildes Grinsen.

Billionen von Meilen entfernt von zu Hause, gestrandet auf einer fremdartigen, feindseligen Welt. Aber er hatte es geschafft. Das war Nexus. Es gab jetzt viel zu tun: das Schiff reparieren, Kontakt zur Flotte aufnehmen und die Besiedelung des Planeten vorbereiten.

Aber im Moment konnte Dorian nur daran denken, das Gesicht seiner Tochter wiederzusehen.



Heute - Die Primäre Genese



Vor achthundert Jahren unternahm die Primäre Genese einen verzweifelten Versuch die toxische Ausbreitung ihres Erzfeindes, der Entität, einzudämmen, indem sie mit dem Lichtturm ein gewaltiges Exanit-Gebäude errichtete, das sie beide tief in der Gramkammer einsperrte. Auch wenn Drusera schlägt bis heute die immer heftiger werdenden Angriffe der Entität und ihrer nie versiegenden Legionen zurückschlagen muss, hofft sie auf das rechtzeitige Eintreffen mächtiger Verbündeter, die ihre Gefangenschaft endlich beenden ...

Teil 1
Mentales Kräftemessen
Teil 2
Die lange Wacht
Teil 3
Ziel fast erreicht



Video Zusammenfassung





Inhaltsverzeichnis


Dankin gefällt das!
12 Kommentare
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DISKUSSION
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  • Loui
    Loui
    01. Apr, 2015
    Das 10te und vorletzte Kapitel: Die Entdeckung von Nexus, ist nun verfügbar!
  • Loui
    Loui
    04. Mär, 2015
    Jetzt wirds episch: Erfahre mehr über die Mordesh, deren Heimatplanet Grismara, das Immerleben-Elixier und wie sie bei den Verbannten gelandet sind!
  • shurchil
    shurchil
    03. Mär, 2015
    Ich LIEBE die WS Lore. O.O
    Danke euch, dass ihr das so aktiv weiter führt trotz der sinkenden Spielerzahlen.

    Ich arbeite grad gegen die abfallenden Abozahlen mit ein bisschen Werbung.
    Würde mich über Unterstützung freuen: http://goo.gl/6EtWSA
    Einfach für mein Video voten. (Button oben links) (Video von KGPHD)

    Danke euch. :)
  • Loui
    Loui
    17. Feb, 2015
    Das 7te Kapitel: Brightlands Rebellion ist nun verfügbar!
    • Cryver
      Cryver
      18. Feb, 2015
      Brithland ist einfach nur ein epischer Charakter
  • Loui
    Loui
    05. Feb, 2015
    Das 6te Kapitel: "Aufstieg der Eldan" ist nun verfügbar. Viel Spaß!
  • Leasdred
    Leasdred
    21. Jan, 2015
    Hast du sehr gut gemacht. :) Danke dir.
  • Luna
    Luna
    11. Jan, 2015
    Danke für das Video :)
    • Loui
      Loui
      11. Jan, 2015
      Gern doch!
      Das Video stammt aus der Beta-Phase von WildStar, daher entschuldigt bitte mein Mikro und das drumherum.
      Damals war ich noch nicht so ein Video-Gott *hust* *räusper*
  • Loui
    Loui
    08. Jan, 2015
    Es ist an der Zeit mehr über die Entwicklung der Chua zu erfahren!
  • Loui
    Loui
    24. Dez, 2014
    Und weiter geht es mit dem dritten Kapitel: "Die Eroberung der Draken"!
  • Loui
    Loui
    09. Dez, 2014
    Das 2te Kapitel namens "Der Aufstieg der Cassianer" wurde nun veröffentlicht.